An Bord von nostalgischen Kanaldampfern findet eine einzigartige Reise durch Südschweden auf dem Göta-Kanal statt. Der Göta-Kanal, eigentlich nur 190 Kilometer von Mem im Osten bis Sjötorp im Westen, wurde von 1810 bis 1832 erbaut und verbindet seither Stockholm und Göteborg. Die drei Kreuzfahrtschiffe, die den Göta-Kanal befahren, sind echte Raritäten. Das älteste Schiff, die MS Juno, steht seit 1874 im Dienst.
Der Göta-Kanal kann von Göteborg nach Stockholm und umgekehrt befahren werden. Die längste und umfangreichste Reise, die eine Fluss-, Kanal-, See- und Ostseereise ist, dauert sechs Tage. Neben der reizvollen Landschaft sind es die 66 Schleusen, die das Schiff während der annähernd 600 Kilometer langen Fahrt überwinden muss, die diese Flusskreuzfahrt einzigartig machen und Technikinteressierte ebenfalls begeistern. Denn es werden die älteste schwedische Schleuse, die von Lilla Edet (seit 1607), mehrere Schleusentreppen, manchmal in kurzer Folge unterschiedliche Schleusensysteme, zwei handbetriebene Schleusen und die größte skandinavische Schleuse durchfahren. Zwei Aquädukte in Kungs Norrby und Ljungsbro sind zu passieren. 50 Brücken überspannen den Kanal. Der Fluss Götat älv, acht Seen (Vänersee, Viken See, Vätternsee, Boren See, Asplången See, Roxen See, Mälarsee und der Salzwassersee Saltsjön) sowie die Schärenlandschaft in der Ostsee sind Teil dieser faszinierenden Reise.
Das Kanalmuseum in Trollhättan gehört zu den ersten Sehenswürdigkeiten nach dem Start in Göteborg und informiert über die alten Schleusen und den Trollhättankanal. Auf einer Halbinsel im Vänersee erhebt sich Schloss Läckö, ein ehemaliger Bischofssitz aus dem 13. Jahrhundert. Im regelmäßigen Takt setzt bei Töreboda die Fähre Lina, die kleinste schwedische Fähre, über den Göta-Kanal. Von Weitem ist schon ein Obelisk zu sehen. Dieser markiert die höchste Stelle des Kanals. Nach dem Viken See wird es richtig eng, denn es stehen die engsten Stellen an und nur wenige Zentimeter trennen die Bordwand von dem Kanalrand. Ein weiterer Landgang gilt der Festung Karlsborg, die wie der Göta-Kanal von Baltzar von Platen entworfen wurde. Die heutige Kleinstadt Vadstena entwickelte sich im Mittelalter um das Kloster, das im Auftrag der Heiligen Birgitta erbaut wurde. Sowohl das Kloster als auch das Schloss aus dem 16. Jahrhundert sind hier Ausflugsziele. Der nächste Stopp wird in Motala eingelegt, wo mit dem Kanalbau begonnen wurde. Hier wurde auch die schwedische Industrie geboren und das Technikmuseum “Motala Motormuseum” muss unbedingt besucht werden. In der Automobilsammlung geht es auf Zeitreise in die 1950er Jahre. Auch die Ruinen des Nonnenklosters Vreta (um 1100), Mem, der Ort der feierlichen Einweihung des Göta-Kanals, der Kräutergarten und die Schlossruine in Stegeborg, das Wikinger-Freilichtmuseum Birka und die Königsresidenz Schloss Drottningholm bei Stockholm werden besichtigt.
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